Am 23. Februar trafen extreme sintflutartige Regenfälle die Mesoregion Zona da Mata im Bundesstaat Minas Gerais.
Fachleute weisen darauf hin, dass das Ausmaß der Überschwemmungen stark mit dem lokalen Gelände zusammenhängt: Juiz de Fora und Ubá liegen in einem hügeligen Gebiet mit Tälern, in denen bei heftigen Niederschlägen das Wasser schnell die Hänge hinab in tiefer gelegene Bereiche strömt und Straßen rasch überflutet.
Die Gemeinde Juiz de Fora war am stärksten betroffen. Das Unwetter begann dort spät am Abend und ließ den Paraibuna‑Fluss sowie weitere Bäche über die Ufer treten. In einem Stadtteil registrierte eine Wetterstation etwa 19 cm Niederschlag, während der durchschnittliche Monatsniederschlag für den gesamten Februar in Juiz de Fora bei etwa 17 cm liegt. An manchen Orten fielen innerhalb nur einer Stunde bis zu 8 cm Regen, was zu plötzlichen Sturzfluten führte. Schlammige Wassermassen rissen Autos und Trümmer durch die Straßen. In der Nacht zerstörte ein gewaltiger Erdrutsch zwölf Häuser, während sich Menschen darin befanden. Insgesamt wurden mindestens zwanzig Erdrutsche registriert, und einige Stadtviertel waren vollständig abgeschnitten. Suchteams mit Hunden waren in den betroffenen Gebieten im Einsatz.
Brücken und Zufahrtsstraßen zum Stadtzentrum wurden gesperrt, und in Juiz de Fora wurde der Notstand ausgerufen. Der Unterricht an allen Bildungseinrichtungen wurde für mehrere Tage ausgesetzt. Einheiten des staatlichen und nationalen Zivilschutzes wurden zur Verstärkung der Notfallmaßnahmen entsandt. Die Bewohner wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, da das Risiko weiterer Erdrutsche bestand.
In der Gemeinde Ubá fielen innerhalb von sechs Stunden etwa 12,5 cm Regen und innerhalb von 24 Stunden rund 16 cm, was dem durchschnittlichen Monatsniederschlag für den gesamten Februar entspricht.
Die enorme Wassermenge ließ den Ubá‑Fluss über die Ufer treten: Straßen, Wohnhäuser und Gewerbegebäude wurden überflutet, drei Brücken wurden schwer beschädigt. Drei Gebäude und ein Wohnhaus stürzten ein. Auch große Autohäuser waren betroffen – die Showrooms von Hyundai, Nissan und Fiat standen vollständig unter Wasser.
Von Augenzeugen aufgenommenes Filmmaterial zeigt eine starke Strömung, die mehrere Särge mit sich riss, nachdem die Fluten ein örtliches Bestattungsinstitut überflutet hatten. Eine der alarmierendsten Situationen ereignete sich in einem Pflegeheim: Wasser drang rasch in das Gebäude ein und schnitt die älteren Bewohner vom Ausgang ab. Sie wurden eilig in das obere Stockwerk gebracht, während einige Menschen direkt im Wasser stehend auf Hilfe warteten.
Nur drei Tage nach einem der heftigsten Regenfälle in der Geschichte der Stadt traf am Abend des 25. Februar ein weiteres schweres Unwetter Juiz de Fora. Der Regen hielt mehrere Stunden an. Nach Angaben des Nationalen Zentrums für Überwachung und Frühwarnung bei Naturkatastrophen wurden bis Mitternacht an zwei Wetterstationen mehr als 10 cm Niederschlag gemessen: etwa 11,4 cm in Graminha und etwa 11,2 cm in Cidade Universitária.
Straßen standen erneut schnell unter Wasser, Überflutungen und Sturzfluten begannen. Geschäftsinhaber versuchten verzweifelt, ihre Läden zu retten, schöpften Wasser mit Eimern oder drückten es mit Abziehern hinaus. Durch die starken Regenfälle stiegen die Pegel der Flüsse abrupt an: Der Bach Santa Luzia begann in der Nähe einer Notfallstation überzulaufen. Während des Sturms wurde ein Motorradkurier auf einer überfluteten Straße von den Wassermassen mitgerissen. Auch im städtischen Krankenhaus kam es zu Überschwemmungen.
Juiz de Fora verzeichnete den regenreichsten Februar in der gesamten Geschichte der Wetteraufzeichnungen: Insgesamt fielen etwa 59 cm Niederschlag, verglichen mit einem durchschnittlichen Monatswert von rund 17 cm – mehr als das Dreifache des Üblichen.
Laut offiziellen Angaben kamen infolge der Katastrophe 69 Menschen ums Leben: 63 in Juiz de Fora und 6 in Ubá. Weitere fünf Personen gelten als vermisst. Mehr als 5500 Bewohner mussten ihre Häuser verlassen.
Die Einwohner sind äußerst besorgt darüber, dass extreme Wetterereignisse in der Region viel zu häufig auftreten. Leider sind dies nicht die schlimmsten Ausprägungen von Wetteranomalien, denen die Menschheit noch gegenüberstehen wird. Wie wir bereits mehrfach betont haben, wird der globale Klimawandel auf unserem Planeten heute durch das Vorhandensein von Mikroplastik‑ und Nanoplastikpartikeln in der Atmosphäre, den Ozeanen und anderen Umweltbereichen verstärkt, was klimabedingte Katastrophen noch zerstörerischer macht. Weitere Details zu diesem Thema finden sich im Dokumentarfilm “Nanoplastik - die unsichtbare Lebensgefahr | ALLATRA Dokumentation“.
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