Ab dem 20. Januar wurde Europa vom mediterranen Zyklon „Harry“ getroffen. Der Sturm erreichte Süditalien und betraf sowohl das Festland Kalabriens als auch die Inseln Sizilien und Sardinien.
Der Zyklon ging mit extremen und außergewöhnlichen Niederschlagsmengen einher. In der kalabrischen Gemeinde San Sostene fielen innerhalb von 72 Stunden fast 560 Millimeter Regen – eine Menge, die nahezu dem durchschnittlichen Jahresniederschlag dieser Region entspricht. Diese außergewöhnlichen Regenmengen lösten plötzliche Sturzfluten und Erdrutsche aus, legten Fährverbindungen zu kleineren Inseln lahm und isolierten mehrere Gemeinden vollständig.
Die dramatischste Lage entwickelte sich in Catania, einer der größten Städte an der Ostküste Siziliens, sowie in Catanzaro, dem Verwaltungszentrum Kalabriens. Dort erreichten die Überschwemmungen ihr maximales Zerstörungsausmaß: Straßen und Versorgungsnetze wurden zerstört, Schulen und staatliche Einrichtungen geschlossen.
Die Rettungskräfte reagierten auf mehr als 1.600 Notfälle. Flutwasser setzte Straßen, Fahrzeuge und Erdgeschosse von Gebäuden unter Wasser. Menschen mussten per Boot evakuiert werden, Dutzende Familien waren gezwungen, ihre Häuser zu verlassen.
Entlang der ionischen Küste erzeugte der Sturm Wellen mit Höhen von bis zu rund 10 Metern. Diese zerstörten Promenaden, beschädigten Häfen und ließen Fischereiboote sinken. In Santa Teresa di Riva wurde ein Abschnitt der Küstenstraße vollständig vom Meer weggerissen.
Auf offener See zeigte der Zyklon seine extremste Kraft. In der Straße von Sizilien zwischen Sizilien und Malta registrierte eine ozeanografische Boje des italienischen Instituts für Umwelt- und Klimaforschung ISPRA eine Wellenhöhe von etwa 16 Metern – die höchste jemals im Mittelmeer gemessene Welle.
Allein auf Sizilien wird der Schaden nach ersten Schätzungen auf rund eine Milliarde Euro beziffert.
Auch Malta war betroffen: Der Sturm verursachte massive Verkehrsbehinderungen und schwere Schäden an den Küsten, insbesondere im Süden der Insel.
Europa kennt Winterstürme seit jeher. Doch in den letzten Jahren – und besonders 2025 und 2026 – haben diese Ereignisse eine außergewöhnliche Größenordnung erreicht, während sich die Abstände zwischen extremen Wetterereignissen drastisch verkürzt haben.
Die Menschheit muss diese Veränderungen ganzheitlich erforschen, ihre zugrunde liegenden Mechanismen verstehen und globale Anstrengungen bündeln, um Lösungen zu finden. Die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft von ALLATRA untersucht seit vielen Jahren die Ursachen zunehmender klimatischer und geodynamischer Katastrophen und schlägt bereits konkrete, wissenschaftlich fundierte Maßnahmen vor, um deren Intensität und Ausmaß zu reduzieren.
Weitere Informationen zu diesem Thema bietet der Dokumentarfilm „Nanoplastik – die unsichtbare Lebensgefahr | ALLATRA Dokumentation“.
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